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Wirtschaftsfaktor Spargel weltweit

 

Der Weltmarkt in t

Weltweit wurden ca. 760.000 t Spargel produziert. Die Daten sind allerdings recht unsicher, denn für China, dem (noch) führenden Produktionsland gibt es stark differierende Angaben. Mangels konkreter Zahlen wurden hier die FAO Angaben verwendet, die von einigen Experten aber als deutlich überhöht betrachtet werden.

insgesamt 760.000
Deutschland 40.800 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Österreich 800 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Niederlande 12.750 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Belgien 1.600 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Großbritannien 1.700 Grünspargel, Frischmarkt
Frankreich 33.600 85% Bleichspargel, 15% Grünspargel, Frischmarkt
Italien 36.000 20% Bleichspargel, 80% Grünspargel
Spanien 76.100 25% Bleichspargel, 75% Grünspargel, 50% Verarb.
Griechenland 26.000 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Polen 2.000 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Ungarn 1.500 fast nur Bleichspargel, Frischmarkt
Marokko 3.000 Bleichspargel und Grünspargel, Frischmarkt
Südafrika 6.300 fast nur Bleichspargel, 85% Verarbeitung
Kanada 2.600 fast ausschließlich Grünspargel
USA 89.800 fast ausschließlich Grünspargel, 40% Verarbeitung
Mexiko 30.000 überwiegend Grünspargel, Verarbeitungsanteil gering
Peru 140.000 60 % Bleichspargel, 40% Grünspargel, 90% Verarbeitung
Argentinien 6.000 Bleichspargel und Grünspargel, Frischmarkt
Chile 17.000 fast ausschließlich Grünspargel, 20% Verarbeitung
Australien 7.400 Grünspargel, 30% Verarbeitung
Neuseeland 6.800 Grünspargel, Verarbeitungsanteil nicht bekannt
Japan 8.000 nicht bekannt
China 180.000 Bleichspargel, 95% Verarbeitung
Thailand 2.000 nicht bekannt
Sonstige 28.500

Hoher Bearbeitungsanteil
Zwischen 55 und 60 % der weltweiten Spargelproduktion werden verarbeitet. Im Verarbeitungssektor dominiert Bleichspargel, der vor allem in China, Peru und in immer geringeren Umfang in Spanien verarbeitet wird. Hauptsächlich wird Bleichspargel noch zu Konserven verarbeitet, in steigendem Umfang wird aber auch Tiefkühl-Spargel hergestellt.

China und Peru: In China sollen ca. 20 % der Verarbeitungsmenge, in Peru ca. 15 % der Verarbeitungsmenge zu TK-Ware verarbeitet werden, wobei beide fast ausschließlich für den Export produzieren. Peru ist das Land mit der schnellsten Anbausteigerung, im letzten Jahrzehnt hat sich die Fläche dort fast verdreifacht. Durch Beregnungssteuerung sind auf den meisten Flächen zwei Ernten pro Jahr möglich.

Bei Frischware sind Japan, die USA und Europa die wichtigsten Bestimmungsgebiete. Mit Ausnahme Spaniens - dort wird Bleichspargel fast ausschließlich als Verarbeitungsware verzehrt - dominiert in Europa der Verzehr von frischem Spargel. Dabei ist die Saisonabhängigkeit des Verzehrs weitgehend erhalten geblieben. Die europäischen Off-Season- Importe von Oktober bis Januar blieben in den letzten Jahren konstant und belaufen sich auf ca. 3.500 t pro Jahr.

In Deutschland steht ein Frischverbrauch in Höhe von ca. 1,1 kg pro Kopf einem Konservenverbrauch in Höhe von ca. 0,5 bis 0,6 kg ent- gegen. Der Konservenverbrauch ist gesunken, während der Frischverbrauch steigt.

Griechenland: Der große Vorteil der griechischen Erzeuger sind die niedrigen Lohnkosten. Während in den Sammelstellen größtenteils Einheimische beschäftigt sind, werden bei der Ernte überwiegend albanische Immigranten eingesetzt; ihr Lohn beträgt umgerechnet ca. 335 DM pro Monat; dem Arbeitgeber entstehen keine Lohnnebenkosten. Dieser Tatbestand erklärt das, im Vergleich z.B. zu französischen Produzenten, weitaus höhere Einkommen griechischer Spargelanbauer. So erzielten sie für ein kg (gewaschenen und geschnittenen) Spargel ab Feld 1998 etwa 2,80 DM; davon entfallen ca. 0,60 DM auf direkte Unkosten, so daß sich ein Nettogewinn von gut 2 DM errechnet.

Problem „Qualität": Dem Lohnvorteil bei der Erzeugung stehen Probleme bei der Qualitätssicherung des Produktes gegenüber. Diese beginnen auf dem Feld. Erst am späten Vormittag oder Nachmittag wird der gestochene Spargel in den Betrieb gebracht, dort gewaschen und geschnitten, dann zur Sortierung und Verpackung (meistens in 500 g Schalen) in die Genossenschaft transportiert. Erst danach gelangt die Ware ins Kühlhaus.

Der Spargel wird also über einen langen Zeitraum nicht gekühlt - und Kühlung ist nun einmal der Garant für die Qualität des Erzeugnisses. Hinzu kommen logistische Probleme: Nur eine Verpackungsstation verfügt über eine Kühlanlage mit Sprühbefeuchtung.
99 % der griechischen Spargelernte werden exportiert; davon gehen 90 %, das sind 25 000t nach Deutschland. Das heißt: 47 % der gesamten deutschen Importmenge an Spargel kommen aus Griechenland. Weite- re Abnehmerländer sind Frankreich (1 500 t), die Niederlande und die Schweiz.

Spanien kaufte für ca. 0,70 DM/kg 500t 2. Wahl zur Weiterverarbeitung auf. Überall wird die Ware in Kommission verkauft; aber Deutschland zahlt im Gegensatz zu anderen Abnehmerländern „fast bar". Die französische Spargelproduzenten nehmen die griechische Konkurrenz sehr ernst.

Obwohl auch die Qualität nicht vergleichbar ist, so wirkt sich der niedrige Preis doch als Bezugsgröße auf den Rest der Notierungen aus.